BIMconvention 2018 – Tag 1

Erster Tag der BIMconvention 2018. Die Organisatoren Dirk Meinecke (formitas) und Joachim Nessler (Aachen Building Experts) begrüßten. Im Anschluss sprach Oberbürgermeister Aachens Marcel Philipp ein Grußwort.

Tobias Ell (Carpus+Partner) reflektierte im Eröffnungsvortrag über die Zukunft des Baues. Seiner Meinung nach wird es vor allem um die Umbrüche durch die künstliche Intelligenz (KI) gehen. Viele Prozesse in Arbeit und Leben seien schon jetzt verändert. Zu Furcht sollte es deshalb aber nicht kommen, so Ell, denn es käme stets darauf an, wie wir die Zukunft gestalteten.

Prof. Beetz hat den Lehrstuhl für CAAD an der RWTH inne. Er stellte die BIM-Aktivitäten seiner Hochschule vor. Derzeit gäbe es rund 50 diesbezügliche Drittmittelprojekte. So z. B. „bimserver“ für Produktdaten; „DURAARK“ für Langzeitarchivierung digitaler Gebäudedaten; „okstraOWL“ für vernetzte Datenstrukturen im Straßenbau und schließlich „BIM4REN“ mit Fokus auf Bestandsbau.

Caner Dolas arbeitet für formitas. Er verantwortet die cloudbasierte App „GAMMA AR“, die die Verwendung von BIM Modellen auf der Baustelle ermöglicht. Mittels Augmented Reality (AR) könne das Gebäudedatenmodell mit dem iPhone projiziert werden. Ein Abgleich zwischen Ist und Soll und dessen Dokumentation gelänge auf diese Weise – z. B. zur Positionierung von Bauteilen, zum Erfassen des Baufortschritts oder zur Mängelbeseitigung.

Holger Seulen und Eric L. Giese von Siemens befassten sich mit BIM für Bauteil-Hersteller mit Fokus auf die Gebäudetechnik. Die Digitalisierung in der Produktion diente den beiden als Beispiel. Ein digitaler Zwilling sei wichtig, denn erst mit ihm könnten Prozesse optimiert werden. Die Lebenszykluskosten teilten sich auf in 20% für Planung und 80 % für Betrieb. Dort gelte es, zu optimieren – z. B. mit Live-Daten, die im BIM-Modell dargestellt werden könnten. Man müsse heute in Systemen denken und nicht mehr in einzelnen Produkten, so Giese.

Ron Heiringhoff stellte die Frage, ob BIM für kleine Bauplaner auch lohne. 5 Mitarbeiter hat er und nutzt die Methode seit zehn Jahren. Der Praktiker zeigte die Vorteile einer 3D-basieren Planung an vielen verschiedenen Beispielen. Massenermittlung stelle sich z. B. als vorteilhaft dar und auch Tageslicht- und Verschattungssimulationen. Zu Präsentationszwecken sei das 3D-Modell sehr gut zu verwenden. Bauherren und Ausführer verstünden den Entwurf besser. Fazit: kleine Büros können BIM schneller einführen. Man sei deutlich schneller im Planungsprozess. Die Methode lohne also und das Zeichen mache wieder Spaß, so der Heiringhoff.

Matthias Dannapfel arbeitet für das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) an der RWTH. Er stellte das „e.GO Mobil“ vor. Industrie 4.0 und Elektromobilität seien hier kombiniert. Das Auto habe zu 10% des üblichen Invests und in der Hälfte der Zeit hergestellt werden müssen. U. a. BIM machte das möglich. So seien eine modulare Planung und digitale Datenkonsistenz bestens geeignet gewesen für einen parallelen Planungs- und Fertigungsprozess. Ein digitaler Gebäudezwilling habe die Simulation aller Prozesse zugelassen und auch das Schritthalten von Produktvarianten- bzw. Änderungen und Produktionsplanung.