BIMconvention 2018 – Tag 2

Zweiter Tag der BIMcon18. Den Anfang machte Ministerin Ina Scharrenbach, die die Schirmherrschaft ausübte. Ihr folgte der Open-BIM-Workflow , in dem aktuelle Softwareanbieter bzw. Spezialisten die BIM-Möglichkeiten am lebendigen Objekt, einen gemeinsam genutzten 3D-Modell, vorführten. Wer etwas wissen wollte z. B. über BIM-Management, Cloud-Plattformen für Datensynchronisierung, modellbasierte Generierung von Leistungsverzeichnissen, Kosten- und Zeitplanungen, Facility Management oder auch Heizlast- und dynamische Kühllastberechnung, war hier bestens bedient.

Arnd Brüninghaus arbeitet für IBD Engineers. Er zeigte sehr anschaulich, welchen Mehrwert BIM für Ingenieure stiftet. Dynamische Simulationen von Windlasten, Bewehrungspläne mit automatisiertem Biegezustand, komplexeste Geometrien, parametrische Fassadenelemente, Effizienzprüfungen unterschiedlichster Art – all macht den Wert dreidimensionaler Entwurfsprozesse aus, die mit beliebigen, sinnvollen Informationen angereichert die Grundlage für kollaborative Bauplanung abgeben.

Steffen Lehmann versichert für die UNITA Planungsbüros und sprach über BIM-spezifische Risiken. Die bekäme man in den Griff mit einem Dreiklang aus „besonderen Vertragsbedingungen“ BVB , „BIM-Abwicklungsplan“ BAP und „Auftraggeber-Informations-Anforderungen“ AIA . BIM Planungsleistungen gehörten zum Berufsbild von Architekten. Das sei aber keine vollständige Entwarnung für die Berufshaftpflicht, denn mangelnde Sorgfalt oder Mitwirkung seien tunlichst zu vermeiden. Obacht sollte liegen auf klar strukturierten Rollen und Aufgabenbereichen. Die Haftung für Datensicherheit sollte in BIM-Klauseln ebenfalls definiert sein.

Walter Gotthart und Dirk Klöpper kommen aus der Fachhochschule Münster, genauer vom Institut für Infrastruktur, Wasser, Ressourcen, Umwelt (IWARU). Sie erläuterten zunächst die Arbeit des Instituts und betonten die Wichtigkeit von Kreislaufwirtschaft. In Bezug auf den Gebäudeabriss bzw. Rückbau gälte es, fehlende Informationen der Baustoffe (Dämmung, Putz, Mauerwerk etc.) zu ergänzen, damit eine Wiederverwertung gelingen könne. BIM – richtig eingesetzt – machen nachhaltiges Recycling möglich, denn die Kenngrößen fänden sich im Modell und flössen auch in die Gebäudedokumentation ein. Den gesamten Lebenszyklus seien die Daten vorzuhalten und die Schnittstellen von Planung, Nutzung, Rückbau sauber zu definieren.

Matthias Fiss ist Head of Strategic BIM Management & Planning bei der CG Gruppe. Für ihn geht BIM in 6 Dimensionen: denn Bauablaufsmanagement, Leistungs- und Kostenkontrolle, Vermietung und Betrieb ergänzen die herkömmlichen 3. Das veranschaulichte er an 8 BIM-Projekten, die über die „Honorarordnung für Projektmanagementleistungen in der Bau- und Immobilienwirtschaft“ AHO sowie die „Honorarordnung für Architekten und Ingenieure“ HOAI abgerechnet werden.„B-IQ“ nannte Fiss die CG-eigene, sechsdimensionale Zusammenarbeit der Teams, in denen neben Planern, BIM-Managern, Generalunternehmer auch die Fertigteilproduktion, Logistik, Vertrieb und das Facility Management eingebunden sind.

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